Zionismus

Ein-Staaten-Lösung gewinnt an Boden

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Die internationale Konferenz in Haifa inmitten des Zerfalls des Linkszionismus
Von Wilhelm Langthaler

Vom 28. bis 30. Mai 2010 fand in Haifa die „Zweite Konferenz für einen säkularen demokratischen Staat im historischen Palästina und das Recht auf Rückkehr“ statt.

Sowohl hinsichtlich der Zahl als auch der politischen Breite der Teilnehmer/innen kann von einem großen Schritt nach vorne gesprochen werden. Das offensichtliche Scheitern der Zwei-Staaten-Formel, sichtbar durch die ungeschminkte Fortsetzung der zionistischen Landnahme, nimmt dem links angestrichenen Zionismus jede Glaubwürdigkeit. Immer mehr fortschrittliche Jüdinnen und Juden in Israel und in aller Welt freunden sich mit der Perspektive eines demokratischen Staates nicht nur für Juden, sondern auch für die Kolonisierten an.

Krammer, Hubert: Jenseits der Mythen

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Hubert Krammer liefert nach praktisch zehnjähriger Recherche eine umfangreiche Darstellung zionistischer Mythen. Das beginnt mit dem Zionismus als Ideologie jüdischer Emanzipation und des Humanismus: Krammer zeigt den Kern des Zionismus als im irrationalistischen und rechten Nationalismus des Endes des 19. Jahrhunderts verwachsen. Inklusive dem Bild der Nation als quasi-biologischem Wesen, einem Standard-Topos des rechten Nationalismus. Und der Verachtung der europäischen Juden als gierig und arbeitsscheu, die erst in Palästina ihre Minderwertigkeit abschütteln könnten.

Krammer setzt fort mit dem Mythos des Zionismus als Kraft der Zivilisation im Nahen Osten, der ein leeres Land besiedelt hätte, und zeigt die Verbindung der zionistischen Besiedlung mit dem Großmachtsstreben vor allem Deutschlands und Großbritanniens. In einem Hauptteil des Buches wird der Mythos von Israel als Zufluchtsstätte während des Holocaust angegriffen und die tatsächliche Selektion der Einwanderer durch die Jewish Agency offengelegt, inklusive der Episoden der Zusammenarbeit mit Nazi-Deutschland. Der letzte Mythos ist jener von Israel als „einziger Demokratie im Nahen Osten“.

Rassismus und Kolonialismus

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Die Durban-Review Konferenz
Von Urs Diethelm

Bei der Rassismuskonferenz 2001 kam es zum Eklat. Die Pro-Israel-Lobby boykottierte deshalb die Folgekonferenz (Durban II) Mitte April in Genf – ohne Erfolg.

Die UN-Konferenz gegen Rassismus 2001 in Durban anerkannte den Kolonialismus und damit verbundenen Massaker, die Versklavung und die bis heute andauerende Diskriminierung von indigenenen Völkern als eine Form des Rassismus. Diese Anerkennung bei der UN-Staatenkonferenz ist ein Erfolg der vom südafrikanischen Staat und vielen NGOs geförderten grossen Mobilisierung von Betroffenen, die parallel zu der UN-Konferenz in Durban ein NGO-Forum mit ca. 10 000 Teilnehmern abhielten.

"Angst rechtfertigt nicht die Auslöschung"

intifada 28
Reflexion über die Ein-Staat-Lösung
Von Avigail Abarbanel

Die einzige gerechte Lösung ist ein demokratischer und säkularer Staat für beide Völker einschließlich des Rechts auf Rückkehr für die palästinensischen Flüchtlinge.

Vor kurzem konnte ich bei einem von einer australischen pro-palästinensischen Aktivistengruppe organisierten Abendessen Ali Abunimah sprechen hören. Abunimah, ein Autor und Mitbegründer der "Electronic Intifada", tritt für die Ein-Staat-Lösung in Palästina/Israel ein – so wie ich das auch tue. Die einzige gerechte Lösung für den nun schon lange andauernden Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist ein demokratischer und säkularer Staat für beide Völker einschließlich des Rechts auf Rückkehr für die palästinensischen Flüchtlinge. Abunimah sieht optimistisch in diese mögliche Zukunft.

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