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Bei den Genossen im Wald

intifada 31
Was hinter dem Krieg Indiens gegen seine Ureinwohner steckt
Von Arundhati Roy

Die indische Regierung hat das Siedlungsgebiet der Ureinwohner zur Ausbeutung durch Privatunternehmen freigegeben. Die Ureinwohner müssen weg.

Im Dschungel breitet sich ein tödlicher Krieg aus, auf den die indische Regierung stolz ist und den sie trotzdem zu verbergen trachtet. In den Wäldern stehen sich Kräfte gegenüber, die kaum unterschiedlicher sein könnten: auf der einen Seite ein riesiges Heer aus Paramilitärs, das über Geld, Waffen, Medien und die Überheblichkeit einer Supermacht in spe verfügt; auf der anderen Seite einfache Dorfbewohner mit traditionellen Waffen, hinter denen eine gut organisierte, hoch motivierte Partisanenarmee mit einer erstaunlichen Geschichte bewaffneter Aufstände steht.

Anspruch und Realität

intifada 31
Impressionen vom Wiederaufbau Afghanistans
Von Masud Ulfat

Nach neun Jahren Besatzung scheint sich das Land rückwärts zu bewegen. Beschworen von der westlichen Koalition halten die Geister der Vergangenheit Afghanistan im Griff.

Afghanistan: Friedhof der Großmächte, Schauplatz eines erbitterten 30-jährigen Krieges und nunmehr zentraler Schauplatz des US-geführten „Kreuzzugs gegen den Terror“. Viel hört man aus dem Land am Hindukusch. Da wissen die westlichen Medien vom heroischen Abwehrkampf der „internationalen Gemeinschaft“ gegen einen unfassbaren, unsichtbaren Feind, der die Abschaffung jeglicher Freiheit begehrt, zu berichten. Von der rührseligen Anteilnahme eben jener Gemeinschaft am Schicksal der Afghanen.

Wohin Linkspartei?

intifada 31
Zwischen Antagonismus und Opposition Ihrer Majestät
Von Thomas Zmrzly

Der Wahlerfolg der Linkspartei bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen stärkt die innerparteiliche linke Strömung.

Aus den Bundestagswahlen 2009 ging die Partei „Die Linke“ mit ihrem besten Ergebnis seit ihrer offiziellen Gründung im Jahr 2005 hervor. Sie erreichte 25 Prozent mehr Stimmen als 2005 und insgesamt einen Stimmenanteil von 11,9 Prozent. Damit wurde sie vierte Kraft noch vor den linksliberalen Grünen. Doch es kam aufgrund der Niederlage der SPD zu einer rechtsliberalen bürgerlichen Koalition aus CDU und FDP. Letztere erreichte ihr historisch bestes Ergebnis von 14,6 Prozent.

Neue Wege zum Sozialismus

intifada 31
Überlegungen anhand des venezolanischen Beispiels
Von Gernot Bodner

Den Übergang zu einer neuen Gesellschaftsordnung auf den revolutionären Umsturz zu reduzieren, wäre nach den Erfahrungen im 20. Jahrhundert verfehlt.

Eine Umwälzung, die das kapitalistische Modell grundsätzlich in Frage stellt, setzt einen tiefen sozialen und ideologischen Bruch im herrschenden (hegemonialen) Block voraus. Unter sozialem Bruch verstehen wir die soziokulturelle Distanz im Alltagsleben der sozialen Klassen (in moderner Terminologie „Parallelgesellschaften“). Ideologischer Bruch bedeutet, dass politisch-soziale Krisen im System dazu führen, dass die herrschende Ordnung nicht mehr als naturgegebener Zustand, sondern als willkürliches politisches Projekt einer Elite wahrgenommen wird.

Die Wette

intifada 31
Zu Wilhelm Langthalers „Befreiung weltweit“
Von Costanzo Preve

Wilhelm Langthalers Text stellt den Versuch dar, das Marxsche Denken einer radikalen Neuinterpretation zu unterziehen.

Es handelt sich bei Langthalers Text[fn]Wilhelm Langthaler: Befreiung weltweit. Revolutionäre Subjekte jenseits der Arbeiterklasse. Wege aus dem „Krieg der Kulturen“. Wien: Promedia Verlag, 2010.[/fn] um eine Pascal’sche Wette über die Aktualität des Marxschen Denkens.[fn]Blaise Pascal hatte mit seiner Wette über die Existenz Gottes nicht einen weiteren Gottesbeweis geliefert, sondern den Glauben zweckrational argumentiert. ( Anm. d. Red.)[/fn]

SUMUD kehrt zurück

intifada 31
Solidarität ist kreativ, konstruktiv und politisch
Von Mohammad Aburous

Im August 2009 besuchte eine internationale Jugendbrigade das palästinensische Flüchtlingslager Ein El-Hilweh. Im Sommer 2010 wird die Solidaritätsarbeit fortgesetzt.

Der Einsatz vor einem Jahr war Teil des gemeinsamen Projektes der europäischen Freiwilligenorganisation SUMUD (arabisch für „Standhaftigkeit“) mit der palästinensisch-libanesischen Organisation Nashet. Junge Palästinenser/innen und Europäer/innen renovierten gemeinsam ein Gebäude, das im Zuge der aufeinanderfolgenden Belagerungen und Bombardierungen des Lagers zerstört worden war.

Zwischenunternehmen für Obama

intifada 30
Jemens Regime kämpft an drei Fronten
Von Mohammad Aburous

Seit Dezember 2009 beteiligt sich die USA direkt an den Kämpfen im Jemen. Die US-Luftwaffe unterstützt das jemenitische Regime im Kampf gegen Al Qaida.

Die derzeitige Eskalation im Jemen ist die größte seit dem „Separationskrieg“ von 1994. Im Unterschied zu damals kämpft jedoch das Regime gleichzeitig gegen alle Oppositionskräfte im Land. Die Regierung Saleh befindet sich seit Sommer 2009 in einem Krieg mit den schiitischen Houthi-Milizen im Norden, an dem sich seit November auch Saudi Arabien beteiligt. Die Eskalation der massiven Protestbewegung der Opposition im Süden, geführt von der ehemaligen Regierungspartei des sozialistischen Südjemen, brachte das Regime Salehs in Bedrängnis.

Zwischen Hammer und Amboss

intifada 30
Ägypten vervollständigt die Gaza-Blockade
Von Mohammad Aburous

Der Würgegriff um den belagerten Küstenstreifen wird noch enger: Ägyptens Politik nahm Ende 2009 mit der direkten Blockade von Hilfslieferungen eine qualitative Wende.

Die von Israel verhängte Blockade hat bisher etwa fünfhundert Menschen das Leben gekostet, die in direktem Zusammenhang mit dem Mangel an medizinischer Versorgung starben. Der Gazastreifen liegt großteils noch in Trümmern, weil Israel unter anderem die Zufuhr von Baumaterialien verhindert. Die lebenswichtigsten Materialien erreichen Gaza über Tunnel, die unter der ägyptischen Grenze verlaufen. Nun will Ägypten eine Stahlmauer entlang der Grenzen mit dem Gazastreifen bauen, die tief in den Boden hineinreicht, um die Untertunnelung zu verhindern.

Die inner-palästinensische Versöhnung

Peolple‘s Power versus Islamofaschismus?

intifada 30
Der Kampf in Teheran spitzt sich zu
Von Wilhelm Langthaler

Die blutigen Straßenkämpfe in Irans Städten und die internationale Berichterstattung weisen auf einen entscheidenden Zusammenstoß mit internationaler Beteiligung hin.

Um sich jedoch eine Idee über den Ausgang des Konflikts machen zu können, muss zuerst mit dem manichäischen Bild, wie es die hiesige Meinungsmache zeichnet, aufgeräumt werden. Es handelt sich nicht um verzweifelt nach Demokratie ringende Volksmassen, die mit einem islamofaschistischen Regime zusammenstoßen, gegen jenes die opportunistischen westlichen Staatskanzleien überdies nur zögerlich Unterstützung gewähren würden.

Aufziehender Sturm

intifada 30
Rettet China den Kapitalismus?
Von Wilhelm Langthaler

Von Obana ist der Lack ab. Der US-Krieg geht unvermindert weiter. Während vom Ende der Wirtschaftskrise gesprochen wird, rückt China ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Als die Antiimperialistische Koordination (AIK) unmittelbar nach der US-Präsidentenwahl vor den Hoffnungen in Obama warnte[fn]Obamania, Warum wir antiamerikanisch bleiben, 10.11.08, www.antiimperialista.org[/fn], mussten wir in gewohnter Weise große Einsamkeit in Kauf nehmen. Unser Argument: Der Imperativ der Weltmachtinteressen macht jeden Präsidenten zu seinem Werkzeug, ob er will oder nicht. Just als die große Euphorie schon vorbei war, verlieh man Obama noch den Nobelpreis, so als wollte man einen Geist beschwören, dessen man nicht mehr habhaft werden kann.

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