Home

"Das Problem im Nahen Osten ist ein Politisches"

intifada Online
Interview mit Juliano Mer-Khamis
Von Bernhard Kohlmann

Im Rahmen des jährlichen Kulturprogramms "Salam Orient" trat das Freedom Theatre im Oktober 2009 in Österreich auf. intifada traf Juliano Mer-Khamis vor der Aufführung im Grazer Orpheum. In dem Interview äußerte sich der Künstler zur aktuellen Situation in Palästina und über die Idee seines Kunst-Projektes.

intifada: 2006 haben Sie das Freedom Theatre in Jenin gegründet. Was war das wesentliche Ziel und der Grundgedanke dieses Projektes?

Psychiatrie in Bethlehem, Wahnsinn in Gaza

intifada 29
Über die Orientierungslosigkeit der palästinensischen Befreiungsbewegung
Von Mohammad Aburous

Im August vereitelte die Hamas den Versuch der Salafiten, das "Islamischer Emirat Gaza" zu erichten. Fast zur selben Zeit hielt im Westjordanland Fatah ihren sechsten Parteikongress ab.

Der Name Bethlehem hängt in Palästina nicht nur mit dem Geburtsort von Jesus zusammen, sondern auch mit Psychiatrie, denn in dieser Stadt befindet sich das einzige psychiatrische Krankenhaus im Westjordanland. In der Volkssprache wird über einen Psychiatriereifen gesagt: Ab nach Bethlehem!

1. Der Fatah-Kongress

Umstrittener Waffenstillstand

intifada 29
Über die Politik der Hamas
Von Wilhelm Langthaler

Die Kritik der Salafiten gegen die Hamas richtet sich vor allem gegen den Waffenstillstand mit Israel. Diese politische Auseinandersetzung provoziert historische Vergleiche.

Im Sommer eskalierte der Konflikt zwischen der in Gaza herrschenden Hamas und den militanten Salafiten erstmals in einer Form, die auch vom Westen wahrgenommen wurde. Doch wie lässt sich die blutige Auseinandersetzung erklären? Radikal-Islamisten gegen – ja, wen nun eigentlich? – vielleicht Radikal-Radikal-Islamisten, um in der Methodik der westlichen Medien zu bleiben, die "radikalislamisch" als Prädikat der moralischen Verwerflichkeit benutzen.

Schwedischer Antisemitismus?

intifada 29
Die Debatte über den Organhandel Israels
Von Mohammad Aburous

In einer schwedischer Zeitung erschien ein Bericht über Organhandel mit palästinensischen Leichen. Israel zog ein altbekanntes Register: den Antisemitismusvorwurf.

Die Reaktion der israelischen Regierung auf den schwedischen Zeitungsbericht über Organhandel (1) ähnelt in ihrem karikaturistischen Ausmaß der Reaktion einiger islamischer Länder auf die geschmacklosen dänischen Karikaturen. So eine Reaktion war zu erwarten von einer Besatzungsmacht, die seit Jahren ungestraft für mehrere Kriege und Menschenrechtsverletzungen in der Region verantwortlich ist. Der Antisemitismusvorwurf ist hier eine Farce.

Gaza – Tibet

intifada 29
Überlegungen zum Nachdenken
Von Charlotte Malterre

Das Engagement für Tibet gehört heute zum guten Ton. Doch wer für die Palästinenser oder gar für die politische Anerkennung der Hamas eintritt, der gerät schnell ins Abseits.

Als der Intercityzug Genf-Zürich in Bern, der Hauptstadt der Schweiz hält, erregen wehende tibetische Fahnen meine Aufmerksamkeit. Als die Fahnenträger in den Zug steigen und an mir vorbei zu ihren Sitzen gehen, schaue ich sie mir genauer an. Wer sind diese Leute, die an einem sonnigen Samstag in dieser ach so neutralen Schweiz für die Freiheit Tibets demonstrieren? Zunächst einmal Tibeter , dann Leute wie Großmütter mit kleinen Fahnen an den Rucksäcken, junge Leute, Familien ...

… und es gibt ihn doch

intifada 29
Antiimperialistischer Impetus des Iran
Von Wilhelm Langthaler

Die Präsidentschaftswahlen im Iran liegen nun schon lange genug zurück, um ihre enorme globale Bedeutung nüchterner einschätzen zu können.

Nicht umsonst lag der Fokus der Weltpolitik wochen-, wenn nicht monatelang auf den Wahlen in der Islamischen Republik Anfang Juni 2009. Mit der Präsidentschaft Ahmadinedschads war der Iran für die USA abermals zum wichtigsten staatlichen Feind aufgestiegen. Das lag nicht nur an der konfliktfreudigen und bisweilen sogar verbal provokativen Politik des Präsidenten, sondern zu einem guten Teil auch an den Ereignissen im Irak, wo die USA dem Widerstand nur Herr zu werden vermochten, indem sie dem Iran das Feld überließen.

Anything new, Mr. President?

intifada 29
Zu Obamas Außenpolitik
Von Mohammad Aburous

Der US-Präsident zog in den Wahlkampf mit dem Versprechen eines grundlegenden Wandels. Doch kann er tatsächlich eine politische Veränderung herbeiführen?

Vor einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Diskurs des neuen amerikanischen Präsidenten muss festgestellt werden, dass die acht langen Jahre seines Vorgängers George W. Bush dafür sorgten, dass schon der Abgang von Bush als Person an der Spitze der US-Politik von vielen als eine historische Wende angesehen wurde. Da musste Obama nicht viel dazu tun. Er übernahm seine Funktion jedoch im Zeichen einer Weltwirtschaftskrise, mitten in zwei angefangenen und nicht beendeten Kriegen und im Schatten einer zu unterschiedlichen Graden vertieften Feindschaft der USA mit dem Rest der Welt.

Das "Terrorproblem“ der Türkei

intifada 29
Amerikanische Seilschaften
Von Mustafa Ilhan

Ein 25-jähriger Krieg mit über 40.000 Toten - darunter die Morde an 17.000 kurdischen Oppositionellen in den Neunzigern - das ist die Geschichte der Türkei.

Nun lässt die AKP-Regierung mit sensationellen Reformen zugunsten der Kurden aufhorchen und gerät dabei in Konflikt mit der alten Oligarchie. Ist eine Lösung des historischen türkisch-kurdischen Konfliktes absehbar? Ist das im Rahmen der weiter bestehenden westlichen Hegemonie denkbar?

Alles wieder gut?

intifada 29
Wie die Krise schön geredet wird
Von Stefan Hirsch

In den Medien wird das Ende der Wirtschaftskrise gefeiert. Hatten wir es bloß mit einer kurzen Betriebsstörung zu tun? Einiges spricht gegen diese Annahme.

Der Boulevard feiert das Ende der Weltwirtschaftskrise. So titelt etwa die Wiener U-Bahn Zeitung „Heute“: „Krise vorbei“. Die Wirtschaftspresse ist etwas vorsichtiger, deren Leser hingegen weniger. Die internationalen Börsen haben seit März einen gewaltigen Kurssprung gemacht. Der deutsche Aktienindex liegt im August nur mehr etwa 30 Prozent unter seinem Höchststand vor der Krise (der auch aus damaliger Sicht ein bisschen verwegen war). In New York ist die Party der Investmentbanker-Parasiten wieder losgegangen – nach guten Quartalszahlen fließen die Boni wieder.

Europa – was jetzt?

intifada 29
Thesen zu einer Krise der europäischen Gesellschaften
Von Stefan Hirsch

Die Weltwirtschaftskrise legt in Europa eine gesellschaftliche Krise offen. An der Oberfläche ist diese gar nicht so leicht zu entdecken, doch der Verfall wird immer deutlicher.

An der Oberfläche ist die Krise gar nicht so leicht zu entdecken, denn in den meisten Staaten fehlt es an echter Opposition, was das Weiterwurschteln erleichtert. Dennoch treten einige Erosions- und Verfallserscheinungen ganz deutlich zu Tage. Das bedeutet übrigens nicht unbedingt eine revolutionäre Krise und auch keine automatische Tendenz zur Überwindung des Kapitalismus. Wir sind uns allerdings sicher, dass in den nächsten Jahren von breiten Teilen der Bevölkerung Antworten auf diese Krise gesucht und geschaffen werden.

Inhalt abgleichen