Garbaya Imad

Soziales Erdbeben

intifada 35
Der tunesische Aufstand dauert an – diesmal ohne westliches Medieninteresse
Von Imad Garbaya

Fünfzehn Monate nach dem Sturz des Kopfs des alten Regimes, sechs Monate nach der ersten Wahl nach der „Revolution“ und drei Monate nach der Bildung der ersten gewählten Regierung in der Geschichte Tunesiens stellen wir abermals fest, dass der Aufstand, der eigentlich bereits vor Dezember 2010 begann, noch immer andauert.

Im Winter 2008 nahm der Aufstand seinen Ausgang in den ärmsten Teilen Tunesiens, vor allem in Rdeyef (ar-Ruddayyif) in der Region Gafsa (Qafsa). Im Zentrum standen soziale Forderungen und das Ziel der Freiheit. Nun ist die Bewegung wieder aufgeflammt und wieder in der Region Gafsa (el-Guettar [al-Qatar] dieses Mal), aber auch in anderen Gegenden, wo die Menschen mehr als eine demokratische Wahl verlangen, mehr als nur moralische und religiöse Predigten und vor allem mehr als leere oder unrealistische Versprechungen.

Der tunesische Aufstand flammt erneut auf

intifada 35
Sidi Bouzid meldet sich wieder
Von Imad Garbaya

Die leeren Versprechungen der Regierung und die Verschlechterung der Lebensbedingungen machen die Menschen in Tunesien ungeduldig. Das gilt insbesondere für die Regionen, wo die Bewegung gegen Ben Ali begann.

Seit Wochen werden in verschiedenen Regionen Tunesiens Wasser und Strom willkürlich und ohne Vorwarnung mehrere Stunden pro Tag abgedreht. Eine klare Begründung seitens der Regierung gibt es nicht. Es heißt, der Verbrauch sei gestiegen, ohne dass ersichtlich wäre, wodurch.

Revolution in den Mühen der Ebene

intifada 34
Wie der tunesische Aufstand weitergeht
Von Imad Garbaya

Obwohl Tunesien den arabischen Frühling einläutete, ist es bald aus den Medien verschwunden. Nach dem Aufstand stellen sich jedoch dringliche Fragen. Über Franko-Laizismus, das Versäumnis der Revolutionsräte und die Gefahr der Nato berichtet.

17. Dezember 2010: Mohamed Bouazizis Selbstverbrennung gibt den Startschuss für einen Aufstand, der zuerst von den Ärmsten und Benachteiligten getragen wird. Dieser Aufstand überraschte alle: das Regime, die Opposition, die Gewerkschaften. Seine Kraft war so groß, dass sie schnell gezwungen wurden, Position für oder gegen die Bewegung zu beziehen.

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