Arabische Revolution

Intervention zerstört Revolution

intifada 35
Warum die USA stattdessen einen geschwächten Assad bevorzugen würden
Von Abdel-Halim Qandil

Eine ausländische Intervention zu fordern dient dem Assad-Regime, verrät die revolutionäre Sache und bedroht Syrien mit Desintegration. Es ist nicht notwendig Syrien, sondern das Regime zu zerstören. Syrien soll sich danach gemäß den Vorstellungen seines Volkes, welches sich nach einer arabischen Heimat sehnt, erneut aus seiner Asche erheben. Abdel-Halim Qandil (Abdulhaleem Qandil) ist ein altgedienter ägyptischer Journalist und politischer Führer der Opposition. Er war einer der prominentesten Kritiker des Regimes von Mubarak. 2004 wurde er von Schlägern entführt, verprügelt und nackt in der Wüste am Stadtrand von Kairo zurückgelassen. Seine mutige Reaktion entzündete die Oppositionsbewegung „Kifaya“ („Es reicht“) ab 2005, von welcher er eine führende Persönlichkeit war. Nach dem Fall Mubaraks ist die linksnationalistische Nachrichtenagentur, bei der er mitarbeitet, erneut das Ziel der Zensur.

Geht die Krise in Syrien den Pfad eines libyschen Szenarios? Und bis zu welchem Grad bereiten die Sturheit und Gewalttätigkeit des Regimes ein offenes Tor für eine bewaffnete ausländische Intervention, welche die syrische Revolution in eine Tragödie verwandeln und das Überleben des syrischen Staates selbst gefährden würde?

Die Gefahr ist gegenwärtig, wenn auch unwahrscheinlich, da in Syrien das Öl fehlt – die Beute, welche die westliche Gier im Falle von Libyen und zuvor im Irak angezogen hatte.

„Der Kollaps steht bevor“

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Kommentar zur Situation in Syrien
Von Mohammad Aburous

Der palästinensisch-syrische Schriftsteller und Aktivist Salameh Kaileh hielt im Juli 2012 in Wien einen Vortrag mit dem Titel „Ziviler Ungehorsam in Damaskus“, auf dem der folgende Text beruht.

Die derzeitige Situation in Syrien steht ganz im Zeichen des Attentats auf hohe Würdenträger des Staates Mitte Juli 2012 sowie der darauffolgenden schweren Kämpfe. Dadurch rückt eine baldige Entscheidung des Konfliktes ebenso in den Bereich des Möglichen wie ein Sieg der aufständischen Bewegung ohne ausländische Hilfe. Es könnte zu einem Wechsel innerhalb des Apparates kommen, der danach einen Kompromiss mit Teilen der Opposition suchen wird. Gelingt das nicht, so könnte das Land ins Chaos abrutschen.

Niederlage der revolutionären Mehrheit

intifada 35
Kommentar zu den ägyptischen Präsidentschaftswahlen
Von Mohammad Aburous

Der Zeitraum zwischen den zwei Durchgängen der ägyptischen Wahlen im Mai und Juni 2012 war voller Überraschungen, angefangen mit dem Ergebnis der ersten Wahlrunde.

Zwischen den beiden Wahlrunden lösten die Militärs das Parlament auf und schränkten die Kompetenzen des kommenden Präsidenten stark ein, was einem Militärputsch ähnelt. Das lange Zurückhalten der Ergebnisse der Stichwahlen und die jeweiligen Mobilisierungen der Muslimbrüder und der Regimeanhänger deuten auf eine Krise hin, die hinter den Kulissen gelaufen sein muss, bevor die Wahlkommission den Kandidaten der Muslimbrüder Mursi zum Wahlsieger eines inzwischen ausgehöhlten Amtes erklären konnte.

Der erste Wahldurchgang

„Die nächste Revolution wird sozial sein“

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Abdelhalim Qandil im Gespräch

Der Sprecher der linken Bewegung Kifaya über den ägyptischen Volksaufstand vom Januar 2011 und die Perspektiven der Linken.

intifada: Mubarak wurde durch einen Volksaufstand gestürzt. Haben Sie auf diesen Moment gewartet?

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